Kräuterkunde I

Petersilie

 

Petroselinum crispum, Doldenblütler

 

Botanik

 

Aus einer spindel- bis rübenförmigen  Wurzel treibt die zweijährige Pflanze fein gerillte, verzweigte Stängel, die bis 1 m hoch werden. Die glänzenden, dreifach fieder-schnittigen Blätter sind dunkelgrün, die Doldenblüten grünlich-gelb.

 

Vorkommen

 

Heute weltweit kultiviert. Heimat wohl Süd-West-Asien und östliches Mittelmeergebiet.

 

Anwendung

 

Als Küchengewürz; als Tee und in galenischen Präparaten gegen Blähungen, als Magenmittel und zur Entwässerung wird Petersilie eingesetzt.

Historisch ist heute auch die äußerliche Verwendung gegen Krätzemilben und Kopfläuse.

 

Durch den geringeren Gehalt an ätherischem Öl sind Kraut- und Wurzeldroge in der Wirkung milder als die Früchte, sie werden in der Volksheilkunde und auch in einigen Fertigpräparaten genutzt, z. B. bei Verdauungs-beschwerden, zur Durchspülungstherapie bei Erkrankung der ableitenden Harnwege.


Lavendel

 Lavandula angustifolia, Lippenblütler

 

Botanik

 

Niedriger, stark duftender Strauch. Blätter lineal lanzettlich, am Rand umgerollt, jung weißfilzig, später verkahlend und grün. Lang gestielte, dichte ährenartige Blütenstände mit breit eiförmigen, zugespitzten, stark genervten Tragblättern.

 

Vorkommen

 

Süd-Europa, weiter als Zier-, Duft- und Heilpflanze kultiviert.

 

Anwendung

 

Lavendelblüten gelten als leichtes Beruhigungsmittel und werden bei Unruhe, nervöser Erschöpfung, Einschlafstörungen und Migräne eingesetzt. Auch bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden und besonders in der Volksheilkunde, bei Gallenbeschwerden finden sie Beachtung. Die sedierenden Eigenschaften sind bei äußerlicher Anwendung des ätherischen Öles ebenfalls vorhanden, jedoch steht hier die hautreizende Wirkung im Vordergrund. Man verwendet es in Einreibungen und als Badezusatz bei funktionellen Kreislaufstörungen, wegen der keimtötenden Wirkung auch in Gurgellösungen.

 


Schachtelhalm (Ackerschachtelhalm)

 

Equisetum arvense, Schachtelhalmgewächse „Zinnkraut“

 

Botanik

 

Sterile sommergrüne, 3 – 4 mm dicke, gerillte und quirlig verzweigte Sprosse. Stängelscheiden mit 6 – 12 dunkel- braunen, schmal weißrandigen Zähnen, kürzer als das untere Glied der zugehörigen Seitentriebe. Sporentragende Sprosse im Frühjahr erscheinend, gelb- braun und unverzweigt, nach der Sporenreife absterbend.

 

Vorkommen

 

Äcker, Wegränder und Unkrautfluren

 

Anwendung

 

Schachtelhalm ist ein häufig gebrauchtes harntreibendes Mittel. In der Volksheilkunde gehören rheumatische Beschwerden zu den Anwendungsgebieten. Ferner hat die Droge blutstillende Eigenschaften, die man volkstümlich bei zu starker Monatsblutung und Nasenbluten nutzt.

 

Auch äußerlich verwendet man Schachtelhalm, z. B. bei der Behandlung schlecht heilender Wunden, Durch- blutungsstörungen, Schwellungen nach Knochenbrüchen, rheumatischen Beschwerden sowie Wundliegen.

 

Die Nutzung zum Putzen von Zinngeschirr gab der Pflanze den Namen.


Rosmarin

 

Rosmarinus officinalis, Lippenblütler

Botanik

 

Immergrüner, stark duftender Strauch. Blätter schmal lineal, nach unten umgerollt, oben kräftig grün, unterseits weißfilzig. Die zweilippige Blütenkrone blau, blassblau oder rosa, 10 – 12 mm lang, mit 2 weit herausragenden Staubblättern.

 

Vorkommen

 

Immergrüne Gebüsche. Mittelmeergebiet, weiter als Zier-, Gewürz- und Heilpflanze.

 

Anwendung

 

Für äußerliche Anwendungen setzt man überwiegend das ätherische Öl ein, z. B. für hautreizende, durchblutungs-fördernde und schmerzstillende Einreibungen gegen Muskel- und Gelenkrheumatismus, Nervenschmerzen und Durchblutungsstörungen, für Bronchialbalsame, Gurgellösungen und belebende Badezusätze.

 

Innerlich nimmt man besser Zubereitungen der Droge, die neben dem ätherischen Öl verdauungsanregende Bitterstoffe enthält, z. B. bei leichten, auch krampfartigen Magen-, Darm- und Gallebeschwerden, Verdauungs- störungen mit Völlegefühl, Blähungen und Appetitlosig- keit, Erschöpfungszuständen und Kreislaufbeschwerden.


Brennessel

Urtica dioica, Brennesselgewächse

 

Botanik

 

Zweihäusige Pflanze mit Brenn- und Borstenhaaren, Blätter gegenständig, eiförmig-länglich, aus herz- förmigem Grund zugespitzt, grob gesägt. Die rispen- artigen männlichen bzw. weiblichen Blütenstände meist länger als die benachbarten Blattstiele. Spitz eiförmige, einsamige Nüsschen.

 

Vorkommen

Auwälder, Unkrautfluren.

 

Anwendung

 

Äußerliche Anwendungen der Brennessel werden in der Volksheilkunde geschätzt, z. B. als Brennesselspiritus zu Einreibungen bei rheumatischen Beschwerden, in Haar-wässern gegen Schuppen und fettiges Haar, wohl nur historisch ist die Peitschung mit frischen Pflanzen gegen Rheuma und Hexenschuss. Der Frischpflanzen-Presssaft ist als Frühjahrskur zur Anregung des Stoffwechsels beliebt. Junge Blätter (noch ohne Nesselwirkung) sind als Salatbeigabe bzw. gekocht als Gemüse essbar.

 

Brennesselfrüchte werden ausschließlich in der Volksmedizin genutzt, u. a. als Auflage bei Hautleiden und Rheuma, das Öl innerlich als Tonikum.


Liebstöckel (Maggikraut)

Levisticum officinale, Doldenblütler

 

Botanik

 

Kräftige, aromatische Pflanze. Blätter 2 – 3fach gefiedert, mit rhombischen, vorne grob gesägten Abschnitten. Blütendolden aus 10 – 20 Döldchen, zahlreiche Hüll- und Hüllchenblätter mit weißem Hautrand. Ovale wenig abgeflachte, 5 – 8 mm lange, gerippte Früchte, Randrippen geflügelt.

 

Vorkommen

 

In Europa und weiter kultiviert, selten verwildert. Heimat Südwest-Asien.

 

Anwendung

 

Die harntreibende Wirkung der Droge kann zur vorbeugenden Durchspülungstherapie gegen Nierengrieß eingesetzt werden, wegen der lokal reizenden Eigenschaften des ätherischen Öles aber nicht bei akuten Entzündungen der ableitenden Harnwege, auch Schwangerschaft gilt als Kontraindikation.

 

Die Volksheilkunde verwendet Liebstöckelwurzel auch bei Verdauungsbeschwerden (z. B. in Kräuterschnäpsen), bei Menstruationsstörungen und als schleimlösendes Mittel bei Husten. Die Blätter mit Geruch und Geschmack nach Maggiwürze sind in dieser nicht enthalten.