Kräuterkunde II

Dill

 Anethum graveolens, Doldenblütler

 

Botanik

 

 

Pflanze dem Fenchel ähnlich, aber mit charakteristischem Dill-Geruch und feineren, 3 – 4fach gefiederten Blättern mit fädlich-linealen Abschnitten. Blütendolde gewölbt, aus 30 – 50 Döldchen, ohne Hülle und Hüllchen. Die 3 – 5 mm langen Früchte bräunlich, breit oval und abgeflacht, gewöhnlich in die Teilfrüchte zerfallen, seitliche Rippen flügelartig verbreitert.

 

Vorkommen

 

Seit alters kultiviert, gelegentlich verwildert. Heimat Südwest-Asien.

 

Anwendung

 

 

Dillfrüchte haben leichte verdauungsanregende, blähungstreibende und krampflösende Eigenschaften. Sie werden heute noch überwiegend in der Volksmedizin wie Kümmel bei Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit und auch zur Anregung der Milchsekretion stillender Frauen genutzt.

 

In der Homöopathie kommt die Pflanze bei Bluthochdruck zur Anwendung.

Als Gewürz (für Gurken, Fisch, Käse) nimmt man das frische Kraut mit den noch unreifen Samen.


 

Schafgarbe (Wiesen)

 

Achillea millefolium, Korbblütler

Botanik

 

Blätter lineal lanzettlich, fein 2 – 3fach fiederschnittig. Zahlreiche 4 – 9 mm breite Köpfchen in Doldenrispen, mit 4 – 6 weißen oder rosa Zungenblüten. Formreiche Art.

 

Vorkommen

 

Wiesen, Weiden, Rasen, Wegränder, Europa und Asien.

 

Anwendung

 

Neben der anregenden Wirkung auf die Sekretion der Verdauungsdrüsen hat die Droge besonders durch den Gehalt an Chamazulen auch krampflösende und entzündungs-hemmende Eigenschaften ähnlich denen der Kamille. Anwendung findet sie bei Appetitmangel, leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-, Darm- und Gallenbereich, Verdauungsstörungen und auch Menstruationsbeschwerden. Äußerlich wird Schafgarbe ebenfalls angewendet, z. B. bei entzündlichen Hauterkrankungen, zur Wundheilung und speziell zu Sitzbädern bei Krampfzuständen im kleinen Becken der Frau.

 

In der Küche verwendet man die jungen Blätter als Gewürz- kraut. Bei empfindlichen Personen kann nach Kontakt der frischen Pflanze mit der Hand „Schafgarbendermatitis“ mit juckenden, entzündlichen Hautveränderungen auftreten.


Kamille

 

Matricaria recutita, Korbblütler

Botanik

 

Aromatische, aufrechte Pflanze, Blätter fein 2 – 3fach fiederteilig. 10 – 25 mm breite Blütenköpfchen mit kegelförmigem, hohlem Blütenboden ohne Spreublätter.

Vorkommen

 

Getreideäcker, fast weltweit kultiviert. Heimat östliches Mittelmeergebiet.

 

Anwendung

 

Für Kamillenzubereitungen wurde entzündungs- hemmende, wundheilungsfördernde, antibakterielle und krampflösende Wirkungen nachgewiesen, die nicht nur auf die einzelnen Inhaltsstoffe, sondern wohl auch auf ihr Zusammenspiel zurückzuführen sind. Man verwendet die Droge innerlich bei Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich und bei Menstruationsbeschwerden, äußerlich bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute einschließlich der Mundhöhle und der Atemwege und  Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich in Form von Salben, Umschlägen, Bädern und Inhalationen.

 

In Süd-Europa gilt Kamillentee als leichtes Beruhigungsmittel.


Basilikum

 

Ocimum basilicum, Lippenblütler

Botanik

 

Aromatische Pflanze mit eiförmig zugespitzten, ganzrandigem bis gezähnten, manchmal rot gefärbten Blättern. Blütenstand locker ährig aus meist sechszähligen Scheinquirlen. Die Lippenblüten sind weiß, gelblich oder rötlich, 7 – 15 mm lang.

 

Vorkommen

 

Heimat ist Indien. In warmen Gebieten verbreitet kultiviert.

 

Anwendung

 

Basilikumkraut regt Verdauung und Appetit an, wirkt blähungstreibend, leicht krampflösend und fördert die Milchsekretion. Überwiegend wird es als Gewürzkraut gebraucht, in der Volksheilkunde aber auch bei Magen- und Darmstörungen.

 

Da es Hinweise über zellschädigende und Krebs erregende Eigenschaften des Estragols gibt, wird der Gebrauch der Droge (und vor allem des ätherischen Öles) als Heilmittel für nicht vertretbar gehalten, was insbesondere für Schwangere, Stillende, Säuglinge und Kleinkinder sowie für die Anwendung über längere Zeiträume gilt. Bei der Verwendung als Gewürzkraut und als Geruchs- oder Geschmackskorrigens (bis 5 % in Zubereitungen) bestehen auch weiterhin keine Bedenken.


Salbei

Salvia officinalis, Lippenblütler

Botanik

 

Aromatischer Halbstrauch mit abstehenden graufilzig behaarten Zweigen. Die dicklichen runzeligen Blätter länglich-eiförmig, am Rand fein gekerbt, oberseits ver-kahlend. Blüten mit 20 – 35 mm langer, meist hellvioletter Krone quirlig in lockeren, ährenförmigen Blütenständen. Kelch 10 – 14 mm, mit 5 – 8 mm langen Zähnen

 

Vorkommen

 

Verbreitet kultiviert, in warmen Gebieten verwildert. Heimat wohl Balkanhalbinsel.

 

Anwendung

 

Für die Droge wurden antibakterielle, schwach krampflösende, entzündungs- und schweißhemmende Wirkung nachgewiesen. Man verwendet sie vor allem zum Gurgeln und Spülen bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, innerlich bei Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl, Blähungen und Durchfällen und zur Einschränkung übermäßiger Schweißsekretion. In der Volksheilkunde nutzt man Salbei darüber hinaus bei Entzündung der Atemwege und um das Abstillen zu erleichtern. Nach Einnahme von reinem Salbeiöl über längere Zeit bzw. bei Überdosierung kann es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen, ebenso ist der Tee nicht für den Dauergebrauch geeignet.


Pefferminze

 

Mentha piperita, Lippenblütler

Botanik

 

Pfefferminze ist stark aromatisch. Blätter deutlich gestielt, länglich eiförmig, zugespitzt, mit gezähntem Rand. Blüten in langen, ährenartigen Blütenständen, an Seitenzweigen kopfig. Die Vermehrung kann nur vegetativ über die Ausläufer erfolgen.

 

Vorkommen

 

Erst Ende des 17. Jahrhunderts aus England beschriebene Sippe. Seitdem kultiviert, gelegentlich verwildert.

 

Anwendung

 

Die Droge wird sowohl in der Volksheilkunde als auch in der Schulmedizin bei krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sowie der Gallenblase und Gallenwege verwendet. Neben den Flavonoiden beruht die Wirkung vor allem auf dem ätherischen Öl und dessen Hauptbestanteil Menthol, das im Verdauungstrakt krampflösende und Blähungstreibende Effekte zeigt. Auf Haut und Schleimhäuten ruft es Kältegefühl und Herabsetzung der Schmerzempfindlichkeit hervor und wirkt desinfizierend. Man verwendet es daher auch in schmerzlindernden Einreibungen gegen rheumatische Beschwerden, Juckreiz, bei Kopfschmerzen und Erkältungskrankheiten, in Mund- und Zahnpflegemitteln, häufig auch nur als Geruchs- oder Geschmackskorrigens wegen seiner kühlenden, erfrischenden Wirkung.


Aloe vera

Aloe Ferox (Curacao-Aloe)

Aloe Barbadensis (Kap-Aloe), Grasliliengewächse

 

Botanik

 

Es gibt mehr als 200 verschiedene Arten.

Sie kann sehr stattliche Ausmaße annehmen (bis zu 6 Meter hoch)

Blätter lanzettlich, mit purpurfarbenen Stacheln am Rand walzenförmig angeordnete, blassrote Blütentrauben, die grünlich gestreift sind

eigenartiger Geruch

Vorkommen

 

Im gesamten Mittelmeerraum wie Unkraut,

in bestimmten Gegenden Indiens,

Kanarische Inseln

Anwendung

Starkes Abführmittel ,  bitteres Magen- und Gallenmittel.

 

In der Homöopathie bei Schwächezuständen der Verdauungsorganeund der Leber. Steigerung der Schleimausscheidung, äußerlich bei

schlecht heilenden Wunden als Umschlag, Bestandteil vieler Cremes, z. B. auch im Gel gegen Sonnenbrand.

 

Darf nicht in der Schwangerschaft angewendet werden.


Melisse

 

Melissa officinalis, Lippenblütler

 

Botanik

 

Pflanze mit starkem Zitronengeruch, 30-70 cm hoch

Besonderes Merkmal: vierkantiger Stengel !

Blätter eiförmig, grob gekerbt, unterseitig fast kahl

Blüten weiß bis leicht bläulich,

Kelch glockig

 

Vorkommen

 

Heimat östlicher Mittelmeerraum,  sonst angepflanzt und verwildert

 

Anwendung

 

Das beruhigende, krampflösende, blähungstreibende ätherisches Öl findet Anwendung bei nervösen Magen und Darmbeschwerden oder Schlaflosigkeit, antibakterielle, virushemmende Eigenschaften (wirkt bei manchen Patienten besonders gut bei Herpes), in Bädern zur Behandlung von Rheuma und Nervenschmerzen, in der Homöopathie oft bei Regelschmerzen angewandt.

 

Aber auch: ausgezeichnetes Gewürz für Salate und Suppen


Cayennepfeffer

Capsicum frutescens „Chilis“, Nachtschattengewächse

 

Spanischer Pfeffer „tabasco“

 

Botanik

 

Blätter langgestielt, lanzettlich bis eiförmig.

 

Große, weiße Blüten mit immer genau 5 Blütenblättern ,

 

Früchte je nach Sorte kugelig bis kegelförmig-länglich, rot, orange, gelb oder grün, mit unterschiedlichem Gehalt an Scharfstoffen.

 

Vorkommen

 

Heimat Mittelamerika, heute in wärmeren Gegenden weltweit kultiviert, Südamerika (am Amazonas)

 

Anwendung

 

Bewirkt schon in kleinen Mengen Rötungen und Wärmegefühl auf der Haut, wodurch die Durchblutung stark verbessert wird. Deshalb wird es in Pflastern oder Salben bei schmerzhaften Muskelverspannungen und rheumatischen Beschwerden angewendet. Als Gewürz regt es den Speichel und Magensaft zu stärkerem Fließen an und die Nahrung kann so besser  verdaut werden. In der Homöopathie nutzt man es gegen Entzündungen im Mund- und Rachenbereich.

 

Außerdem besitzen die Früchte sehr viel Vitamin C, das durch den roten Farbstoff geschützt wird